Wie soll ich als Technik – Unwissender mit GPS-Navigation beginnen?

Immer wieder erreichen mich eMails oder sogar sieben-seitige Briefe mit einem so ähnlich lautenden Hilferuf.

Erst diese Woche kam wieder ein Brief, der sieben Seiten füllte. Dieser Brief beschrieb wie der Schreiber die Liebe zum Wandern in Schottland entdeckt hatte, aber immer wieder das Problem hatte den richtigen Weg zu finden.

In einem Urlaub verlief er sich, so dass er für die 5-6 Stunden Wanderung die doppelte Zeit brauchte. Daraufhin kaufte er sich einen GPSMAP und mangels Verständnis erging es ihm auf seiner nächsten Tour nicht viel anders.

Ein anderer Leser schrieb eine Mail mit der Einleitung „Gestatten Sie mir eine letzte Frage bevor ich mein GPS an die Wand werfe …

Meine GPS-Zeit begann mit Geräten, die einen Bruchteil dessen konnten, was ein heutiges GPS der Einsteigerklasse kann. Kauft man sich aber ein Gerät der höheren Preislagen, denkt man ungefähr „Das GPS kann mehr, also wird es besser“. Ich hatte damals einen Outdoor-Shop, verkaufte diese Geräte und fing schon 2005 an, Kurse zu geben um meinen Kunden die Navigation zu zeigen.

So kann es auch gehen ..

Einen Kunden werde ich nie vergessen, er wollte mit seiner Familie nach Island fahren. Um sein GPS zu verstehen, nahm er eine Privat-Stunde und ich erklärte ihm die wichtigen Funktionen.
Wochen später, wir waren selbst in Frankreich im Urlaub, kam eine SMS von ihm; „vielen Dank für Ihre Nachhilfe, wir sind heute in einen Sturm geraten und konnten kaum die Hand vor Augen sehen. Dank dem GPS und Ihren Instruktionen haben wir den Rückweg zur rettenden Hütte gefunden.“ so ähnlich lautete seine Nachricht. Das ist ein Highlight für mich, wenn jemand gelernt hat mit dem GPS umzugehen und sich sogar mit diesem Wissen aus einer schwierigen Situation retten kann.

Probleme mit dem neuen GPS

Das Problem ist aber, dass mehr Optionen auch mehr verwirren. Bei den heutigen GPSMAP oder Oregon Geräten gibt es Optionen, die wichtig sind, aber auch viele, die man erst gebrauchen kann wenn man die Grundfunktionen verstanden hat.

Also bestückt man das Navi mit möglichst vielen Landkarten, schaltet es ein und denkt es wird mich schon führen.
Für Windows gibt es einen „God-Mode“, also Gott-Modus. Nicht aber für das Hand-GPS, ganz abgesehen davon, dass man mit dem God-Mode mehr machen kann, es aber auch selbst machen muss. Es gibt keinen Modus fürs GPS, der Dir selbständig sagt wo Du hin musst.

Die modernen GPS Geräte zum Wandern, MTB fahren oder Motorradfahren sind eigentlich nur eine Kopie eines Auto-Navis mit mehr Möglichkeiten.

Kein GPS weiß wo Du hin willst und schon gar nicht welchen Weg Du bevorzugst.

Deinem Handy musst Du ja auch zuerst sagen, wen es anrufen soll. Analog dazu im GPS einen Wegpunkt oder POI anwählen. Ein POI ist ein Punkt von Interesse, also eine Adresse, eine Sehenswürdigkeit, Geschäft, Tankstelle oder Landmarke.

Dann kann das GPS eine Route berechnen. Vorausgesetzt es hat eine passende Landkarte, die es benötigt um die Information zu haben, welche Wege und Straßen vorhanden sind. Diese Route ist dann aber entweder nach dem Kriterium „schnellste Strecke“ oder „kürzeste Strecke“ berechnet. Ein Motorrad-Navi kann auch „kurvenreiche Strecke“ aber dann werden die Möglichkeiten mager.

Wenn Du eine landschaftlich schöne Strecke oder einen beschilderten Wanderweg benutzen möchtest braucht das GPS diese Information. Leider gibt es noch keine Karten, die das hergeben.

Touren selbst planen

Um deine Touren in zu planen würde ich mit BaseCamp beginnen.
Damit kannst Du Karten ansehen, Touren planen und beides ins GPS Gerät laden. Wie man Karten installiert, dazu habe ich hier im Blog einige Videos, zur Freizeitkarte oder Topo-Karten weltweit. Dort erkläre ich wie Du diese kostenlosen Karten installieren und Nutzen kannst. Aber weiter zum Verständnis.

Um das zu genau zu erklären, habe ich das BaseCamp Handbuch geschrieben und auch das BaseCamp Video-Seminar produziert.
Das findest Du unter https://basecamphandbuch.de/. Darin versuche ich es so verständlich zu beschreiben, dass es für jeden verständlich ist.

Übung ist das Zauberwort

Daneben solltest Du auch das GPS benutzen und nicht bis zum nächsten Urlaub in die Schublade packen.

Stell Dir vor Du würdest nie Dein Smartphone benutzen und einmal im Jahr holst Du es heraus und willst es benutzen. Du hast bestimmt das Passwort vergessen, der Akku ist leer und sämtliche Apps wollen ein Update.

Bei der Navigation ist es ähnlich, nur die Apps sind zu 50% in deinem Kopf gespeichert – oder sollten es sein. Also steckst Du das Ladegerät dran und packst vielleicht noch eine Landkarte ein. Im Urlaub soll dann auf einmal alles funktionieren.

So einfach geht GPS Navigation nicht!

Warum planst Du nicht eine Wanderung für das nächste Wochenende und gönnst Deinem Körper Auslauf und frische Luft? Und weil Du den Weg kennst machst Du das mit GPS! Nur so kannst Du lernen mit dem Navi umzugehen. Du musst Dich nicht um den Weg kümmern, Deine Füße kennen den ja schon. Also kannst Du dich auf das GPS konzentrieren und was es aus Deiner vorgeplanten Strecke macht.

Das ist einfach und der Spaziergang am Wochenende ist mit Gedächtnis-Training gewürzt. 😉

Spaziergang mit GPSMAP 64s

​Zu einigen GPS-Geräten habe ich Handbücher geschrieben. Darin erkläre ich die Handhabung, Navigation und wie man Karten installiert. Wenn Du es lieber im Video erklärt haben willst, dafür habe ich auch einen Kurs. Darin erkläre ich alle wichtigen Vorgänge einzeln in kurzen Clips.

Das reicht Dir nicht?

Jährlich biete ich einen GPS vor-Ort Workshop an, ein ganzes Wochenende, an dem ich die Grundlagen zur Navigation zeige und die Teilnehmer unter meiner Anleitung die Handhabung und Navigation lernen können.

​Dieser Termin bietet sich auch an um einen Urlaub im Schwarzwald oder den Vogesen anzuhängen, beides wunderschöne Wanderreviere. ;-)​

Ebenso gibt es zu BaseCamp mehrere Workshops, die ich sogar an verschiedenen Orten in Deutschland und der Schweiz anbiete. Für alle, denen der Weg zu weit ist habe ich auch den BaseCamp online live Workshop.

​Auf jeden Fall solltest du zuerst zuhause mit kleinen Wanderungen beginnen um dich in die Materie einarbeiten.​